Im Gegensatz zu Menschen können Tiere keine eigenen Entscheidungen treffen, sie müssen auf ihre Halter vertrauen, wenn es um ihre medizinische Behandlung geht. Deswegen sollte diese wohlüberlegt gewählt werden – das ist das Anliegen der Autoren, und man spürt ihre Überzeugung in jedem Wort. Dabei kommen sie nie mit erhobenem Zeigefinger, das Buch ist mit Humor geschrieben und mit vielen Beispielen aus der Praxis aufgelockert. Für Tierbesitzer werden alle Fachbegriffe erklärt und anschauliche Vergleiche benutzt; für Veterinärmediziner und andere Wissenschaftler ist es deswegen nicht oberflächlich; auch gibt es eine ausführliche Liste an Referenzen. Die gesetzlichen Hintergründe zur Anwendung von KAM sind nur für die USA und Großbritannien beschrieben; ansonsten ist der Inhalt natürlich im deutschen Sprachraum ebenso gültig – das Thema ist es auf jeden Fall.
Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass der Titel bereits auf eine kritische Abhandlung hindeutet und daher positiv eingestellte Leser abschrecken könnte.
Ansonsten bleibt zu hoffen, dass ein ähnliches Werk bald auch auf Deutsch erscheint.
(erstmals erschienen in: Skeptiker 3/2018, S. 150 – 151)