Die hohe Temperatur entsteht aufgrund einer chemischen Reaktion. Einer dieser Aluminiumstöpsel wurde während einer Aufführung Rostellis von der Bühne geborgen und in einem Labor der Technischen Universität Eindhoven untersucht. Man fand ein weißes Pulver am Aluminium, das man als Aluminiumoxid identifizierte. Rostelli hatte also das Aluminium zum Oxidieren gebracht. Diese Reaktion, die sehr viel Wärme erzeugt, kann einfach mit Natriumhydroxid hervorgerufen werden, einer allgemein zugänglichen Chemikalie, die in vielen Haushalten vorrätig ist, um verstopfte Abflüsse zu reinigen. Schon vor mehr als 20 Jahren wurde dieser Trick vom „Löffelbieger“ Uri Geller benutzt. Inzwischen wird er nicht mehr in Zauberläden verkauft, weil man sich dabei Blasen an den Fingern holen kann. Sie können es selbst ausprobieren: Einfach etwas Natriumhydroxid in ein wenig Wasser auflösen. Dann den Finger in die Lösung dippen und damit über Aluminiumfolie fahren. Die konzentrierte Lauge zerstört die Schutzschicht des Aluminiums. Nun kommt der Sauerstoff aus der Luft direkt mit dem Metall in Berührung und oxidiert es schlagartig. Passen Sie aber auf, dass Sie die Lösung nicht in die Augen bekommen, und waschen Sie sich danach die Finger!
Für einen anderen Trick, den Rostelli seit Jahren aufführt, fragt er das Publikum nach zwei großen Münzen, die er sich mit Klebeband vor den Augen befestigt. Wenn er sich danach noch die Augen verbinden lässt, ist jeder überzeugt, dass er nichts mehr sehen kann. Nichtsdestotrotz schafft er es, mit einem Respekt einflößenden Schwert eine Zitrone zu halbieren, die von zwei nervösen Freiwilligen gehalten wird. Außerdem trifft er mit zwei Dolchen mitten ins Schwarze. Die Erklärung ist natürlich ganz einfach, Rostelli schaut einfach unter den Münzen und der Augenbinde hindurch. Man erkennt sogar, wie er seinen Kopf zurückbeugt, um möglichst viel sehen zu können. Seine Demonstration des „Sieges des Geistes über die Materie“ ist noch einfacher. Ein dicker Holzstab steht neben einer Colaflasche. Nachdem Rostelli diesen Stab horizontal auf die Flaschenmündung gelegt hat, muss sich ein Freiwilliger fest darauf konzentrieren. Die Spannung steigt: Plötzlich fällt der Stab herunter, Applaus brandet auf. Außergewöhnliche Kräfte? Nichts da, ein simpler Trick, den jeder von uns sofort ausführen könnte.
Man spalte einen Holzstab der Länge nach in zwei, fülle ein Röhrchen halb mit dickflüssigem Öl und höhle den Stab so aus, dass die Röhre hineinpasst. Klebt man die Hälften unsichtbar zusammen und stellt den Stab aufrecht, so fließt das Öl natürlich in den unteren Teil des Röhrchens. Balanciert man den Stab nun horizontal auf dem Flaschenhals, so dauert es nicht all zu lange, bis die sirupartige Flüssigkeit sich anders (vom Stabende weg) verteilt, der Schwerpunkt wandert, und der Holzstab fällt. Für einen optimalen Effekt muss man das Röhrchen etwas schräg montieren. Im zweiten Teil der Show demonstriert Rostelli seine Fähigkeit, Menschen aus dem Publikum in willenlose Marionetten zu verwandeln. Er holt über hundert Freiwillige auf die Bühne und fängt an, wie ein Militärausbilder Kommandos zu geben. Die Freiwilligen müssen aufrecht stehen, Füße zusammen, dürfen keinen Muskel bewegen. Rostelli lässt keine Zweifel daran, was er erwartet: „Wenn ihr nicht auf mich hört, dann solltet ihr nicht hier sein. Tut genau, was ich sage, ohne nachzudenken. Tut es einfach. Wer nicht kooperiert, fliegt raus. Ich werde mich nur mit den Besten beschäftigen. Alles was ihr hört, ist meine Stimme. Mein Wunsch ist euch Befehl.“