Als Beweis für das Funktionieren der Methode führen die Autoren an, dass Tests in Universitätslaboratorien (z.B. Penn State University) ergeben hätten, dass die Energieausbeute 100-mal höher sei als bei Verbrennung des Wasserstoffs. Die Autoren haben geflissentlich übersehen, dass die Energie in Form von elektrischem Strom zugeführt wird. Der Wasserstoff wird in Wirklichkeit nicht verbraucht. Es muss bezweifelt werden, dass Wissenschaftler einer Universität solche unsinnigen Messungen tatsächlich vorgenommen haben.
Die Autoren sorgen sich auch um die Landwirtschaft in Entwicklungsländern. Zur Besserung der Situation verweisen sie auf die Firma Plocher Technology in Meersburg. Diese vermarktet „Transmateriale Katalysatoren”, mit denen man angeblich die Erträge in der Landwirtschaft erhöhen kann – ohne Düngemittel, nur durch Übertragung von Information. Man braucht dazu nur eine „Energie, die im Äther oder Kosmos ihren Ursprung hat”. Diese kosmische Energie, auch Orgon genannt, wurde von Wilhelm Reich 1939 postuliert. Man kann sie, so sind die Autoren überzeugt, mit einem Trichter konzentrieren, in dessen Wänden sich Schichten aus organischem Material und aus Metall abwechseln.
Unter dem Trichter wird Sauerstoff durchgeleitet. Der Orgonstrahl soll nun die Information des Sauerstoffs aufnehmen und diese auf einen darunter befindlichen Träger, z.B. Sand, übertragen. Der informierte Sand, so wird behauptet, könne anschließend seine Sauerstoff-Information an die Pflanzen weitergeben, wenn er auf die Felder auf gebracht wird. Das Wort Information ist ein Modewort bei Esoterikern jeder Provenienz. Es wird nie erklärt, was darunter zu verstehen ist.
Die Autoren verraten dem Leser nicht, warum der Orgonstrahl nicht bereits beim Durchlaufen der Erdatmosphäre Sauerstoff-Information aufnimmt und sie, ohne Zwischenschaltung der Firma Plocher, direkt an die Felder weitergibt. Anstatt sich mit solchen trivialen Fragen zu beschäftigen, verweisen sie auf „Forschungsergebnisse” des promovierten Volkswirts und Erfinders der Transmaterialen Katalysatoren, Prof. Bechmann. Dieser habe mit einer Reihe von Untersuchungen die Wirksamkeit der Plocher-Produkte nachgewiesen. Prof. Bechmann, Gründer eines eigenen Zukunfts-Zentrums in Barsinghausen, hat in der alternativen Szene einen guten Ruf, beispielsweise durch Vorträge und Schriften über geistiges Heilen und Homöopathie für Pflanzen. Ihm verdanken wir auch die Einsicht, dass wirklich neue Erkenntnisse nur von den „nach materialistischen Naturwissenschaften” zu erwarten sind.
Die Raumenergie-Forscher träumen schon lange von dem großen Durchbruch, der mit der offiziellen Anerkennung auch einen Geldregen mit sich bringen soll. Sie sehen in dieser Studie einen wichtigen Schritt zu diesem Ziel. Aus Sicht der Physik kann eine Förderung derartiger Projekte mit öffentlichen Mitteln jedoch als Steuerverschwendung bezeichnet werden. Im Interesse der Entwicklungsländer bleibt zu hoffen, dass die Esoteriker im BMZ nicht auch noch darüber entscheiden, welche von den vorgeschlagenen Methoden und Produkten in diesen Ländern zum Einsatz kommen sollen.