Wesentlich martialischer waren einige Prognosen aus anderen Ländern. Zwar hatte auch in Deutschland Astrologin Christiane Durer davon gefaselt, dass das Land wie von Säure zersetzt würde. Dabei bezog sie sich auf „Infrastruktur, Telefon, Strom und Wasserversorgung, Internet, Kanalisation, Brücken, Straßen, Strom“ und erwähnte sogar eine „radioaktive Verseuchung“. Durer ist seit Jahren auf katastrophale Fehlprognosen abonniert, aber wenigstens hatte sie keinen Weltuntergang im Programm. Den sagte eine obskure christliche Sekte aus den USA mittels eines YouTube-Videos für den 29. Juli voraus, und dann nochmals – mit demselben Video – für den 31. Oktober. Aus Indien kam eine Neuberechnung des Weltendes auf Grund des Maya-Kalenders (3. oder 4. Juni), und der aus Peru stammende Prediger Ricardo Salazar beschrieb gar ein vollständiges Endzeit-Szenario – aber der Angriff von China auf Japan blieb ebenso aus wie der Asteroid, der Mitte Mai vor Puerto Rico einschlagen und riesige Vulkanausbrüche in den USA auslösen sollte.
Zur Fußball-EM in Frankreich durften, wie bereits bei früheren internationalen Turnieren, wieder zahlreiche Orakeltiere für Lokalzeitungen sowie Rundfunk- und Fernsehstationen ihre Prognosen zu den Spielen der deutschen Mannschaft abgeben. Doch keines reichte an die Leistung des legendären Orakelkraken Paul heran, der bei der WM 2010 bei allen acht Spielen den richtigen Sieger voraussagte. Immerhin das richtige Finalspiel sah der „Sportastrologe“ Jannis Okun voraus. Allerdings tippte er nicht nur im Finale auf den falschen Sieger, sondern lag bei seiner Turnierprognose meilenweit daneben: Drei der sechs späteren Gruppensieger hätten bereits in der Vorrunde ausscheiden sollen. Aber bei Fußballprognosen kann man natürlich auch richtigliegen: Der bereits erwähnte Ingolstädter Astrologe Konrad Gruber sah nicht nur voraus, dass der FC Ingolstadt nicht absteigen werde, er sah auch die deutsche Mannschaft spätestens im Halbfinale scheitern – jedoch blieb der ebenfalls prognostizierte Rücktritt von Jogi Löw aufgrund des Ausscheidens jedoch aus