Doch bereits mit der Veröffentlichung seines dritten Buches „Aussaat und Kosmos“ kommt es zu einer neuen Kontroverse. Darin berichtet Däniken Unglaubliches: Zusammen mit dem angeblichen Entdecker Juan Móricz sei er in Ecuador in ein abgelegenes Höhlensystem hinabgestiegen, das sagenhafte Schätze beinhaltete – goldene Figuren von zahlreichen Tieren, darunter sogar Saurier und Elefanten, sowie eine gewaltige Bibliothek aus in unbekannter Schrift beschriebenen Metallplatten habe er dort in einem riesigen Saal mit eigenen Augen gesehen (¹1972, S. 7–23).
Diese Passage legt die Grundlage für einen Skandal, der Dänikens Glaubwürdigkeit nachhaltig beschädigen wird: In einem Interview mit dem Spiegel (1973) offenbart Móricz wenig später, Däniken sei niemals in den Höhlen gewesen; er habe ihn nur zu einem verschütteten Seiteneingang geführt und ausführlich von den Entdeckungen erzählt.
Behauptete Däniken die nächsten Jahrzehnte noch mehrfach zu verschiedenen Anlässen, die Metallbibliothek selbst gesehen zu haben, „gestand“ er im späteren Buch „Falsch informiert!“ (2007, S. 138–145), dass er sie tatsächlich nicht gesehen und vielmehr sein Lektor Utermann den Bericht kreativ ausgeschmückt habe.
Tatsächlich geht aus dem dort nur (ungekennzeichnet) gekürzt abgedruckten Briefwechsel jedoch hervor, dass Utermann nur einen einzelnen Abschnitt beisteuerte, Däniken selbst ihm gegenüber aber noch die Echtheit der Erzählung betont hatte (Kramer 2022, S. 486–490). Die rätselhafte „Metallbibliothek“ aber wurde trotz weiterer Expeditionen bis heute nicht gefunden.
Noch mehrmals publizierte Däniken ähnlich zweifelhafte, kaum überprüfbare Augenzeugenberichte: In „Tomy und der Planet der Lüge“ (2006) berichtete er in Romanform, er sei bei einer Reise durch Pakistan und den Iran 1987 selbst einem Außerirdischen begegnet, was in späteren Werken kaum wieder aufgegriffen wurde. Auch habe ihm der Drogenbaron Pablo Escobar 1988 in seiner Villa mysteriöse Schädel gezeigt (Däniken 2018), der Ägyptologe Adel H. ihm von einem geisterhaften Erlebnis in den Katakomben von Sakkara berichtet (Däniken 2019).
Die Bücher aus Dänikens mittlerer Schaffensperiode sind geprägt von lebhaften Reiseberichten zu exotischen Orten rund um den Globus – von der Ruinenstadt Buritaca 200 im Dschungel Kolumbiens über das jordanische Petra bis zur Pazifikinsel Kiribati.
Immer wieder erscheinen Werke zu Einzelthemen abseits der üblichen Form, so zu religiösen Erscheinungen („Erscheinungen“, 1974), Evolution („Alles Evolution – oder was?“, 2020), häufig gestellten Fragen („Im Kreuzverhör“, 1978) und Leserbriefen („Buch der Antworten“, 2021).