Neben den Lautsprechern, ihrer richtigen Aufstellung und der Wahl eines geeigneten Hörplatzes, ist die Raumakustik der entscheidende Faktor für eine hochwertige Musikwiedergabe. Technisch gesehen ideal ist eine Hörsituation, bei der man lediglich den direkt aus den Lautsprechern abgestrahlten Schall hört. In einem Hörraum kommen jedoch immer auch Schallreflexionen von den Wänden, der Decke und dem Boden hinzu, die das Klangbild negativ beeinflussen. Ein weiteres Problem sind so genannte Raummoden, die in Abhängigkeit der Raumgröße dafür sorgen, dass bestimmte Frequenzen im Bassbereich resonant angeregt werden (stehende Wellen) und, je nach Hörplatz, deutlich hervortreten, was sich z. B. durch Dröhnen bemerkbar machen kann. (9) Den idealen Raum gibt es also nicht.
Mit Absorbern, Resonatoren und Diffusoren versucht man, Reflexionen und Moden zu Leibe zu rücken und für eine möglichst ausgewogene und reflexionsarme Verteilung der Schallfrequenzen im Raum zu sorgen. Auch diese raumakustischen Maßnahmen können sehr teuer werden, ihre Wirksamkeit ist jedoch klar hör- und messbar.
Auch Möbel und Einrichtungsgegenstände wirken sich auf die Akustik aus. Ein völlig leerer Raum ist meist sehr hallig und klingt unangenehm scharf, weil der Schall an den harten Wänden praktisch verlustfrei reflektiert wird. Fertig eingerichtete Wohnräume haben akustisch völlig andere Eigenschaften. Teppiche, Polstermöbel, Vorhänge, Regale u. a. dämpfen beispielsweise Schallreflexionen, Zimmerpflanzen wirken als Diffusoren. Mit etwas Fachwissen lassen sich mit der richtig gewählten Wohnzimmereinrichtung gute, wenn auch nicht optimale, Ergebnisse erzielen.
Warum stürzt sich nicht jeder Hi-Fi-Fan auf diese wirksamen Maßnahmen? Raumakustik ist ein hochkomplexes Thema. Es bedarf viel Hintergrundwissen und nicht zuletzt auch messtechnischer Ausrüstung, um einen Raum akustisch zu behandeln. Wer einmal ein professionelles Aufnahmestudio gesehen hat, weiß, dass sich raumakustische Maßnahmen nur sehr begrenzt mit einer angenehmen Wohnraumgestaltung vertragen.
So wird man zu Hause in der Regel nur einen Kompromiss zwischen der Wohnatmosphäre auf der einen Seite und möglichst guten akustischen Eigenschaften auf der anderen Seite schaffen können.