Nachrichten
,,Medien-Doktor Medizin" unterstützt kritische Berichterstattung Drucken E-Mail

18.05.2014 (GWUP): Aufmerksame Leser der GWUP-Seiten wissen, dass wir gerne auf andere Webseiten mit kritischen Informationen verweisen. Heute werfen wir einen kurzen Blick auf das Portal „Medien-Doktor Medizin“.

Nicht erst seit der Verbreitung des Internets werden wir tagtäglich mit Meldungen aus dem Bereich der Medizin überschwemmt. Diese wiederum werden von anderen Journalisten aufgegriffen und weiterverbreitet. Irritiert über die unterschiedliche Qualität der Artikel zu Medizinthemen und der möglichen Irreführung oder Gefährdung von Lesern, wurde nach ausländischem Vorbild am Dortmunder Lehrstuhl Wissenschaftsjorunalismus schließlich „Der Medien-Doktor“ ins Leben gerufen.

Dieses Projekt hat sich zur Aufgabe gemacht, medizinjournalistische Beiträge durch Wissenschaftsjournalisten zu bewerten, um, wie es auf der Website heißt, „Lesern, Zuhörern und Zuschauern“ Informationen zu liefern, die es ihnen ermöglichen, sich „ein vollständiges Bild über eine medizinische Therapie, eine Behandlungsart, ein medizinisches Produkt oder einen diagnostischen Test" zu machen. Vorrangig dient das Portal allerdings der Hilfestellung für Journalisten. Wenn also von einer vielversprechenden neuen Therapie berichtet wird, wäre es doch interessant zu wissen, auf welchen Informationen diese Behauptung beruht. Deshalb bemühen sich die „Medien-Doktoren“ um Belege und suchen nach den Quellen für diese Behauptungen. Wer sind die ,,Experten", die diese Meldungen in die Welt gesetzt haben? Handelt es sich bei der Quelle möglicherweise nur um die Pressemitteilung einer Firma, eines Interesseverbandes? Liegen wissenschaftliche Studien vor, sind diese seriös, wie war das Studiendesign? Werden wirklich evidenzbasierte Studienergebnisse oder Anekdoten als Belege für den Nutzen einer Behandlung präsentiert? Auch mancher Journalist dürfte bei der Berichterstattung zu derartigen Themen manchmal unsicher werden. Deshalb stellt der „Mediendoktor Medizin“ die Frage: „Wie unabhängig sind die Informationen und wie plausibel ist die Expertise?“

Die kritischen Wissenschaftsredakteure des Portals weisen beispielsweise darauf hin, dass zur Propagierung bestimmter Therapien ein regelrechtes Erfinden von Krankheiten (Disease Mongering) betrieben wird. Da werden normale Begleiterscheinungen des Lebens wie Falten, Haarausfall oder Schüchternheit gerne mal zu Krankheiten stilisiert, gegen die es natürlich ein Gegenmittel gebe. Oder aber tatsächliche Beschwerden werden in einem Artikel nicht korrekt oder übertrieben dargestellt. Deswegen werden Medizinartikel auch danach abgeklopft, wie relevant oder originell das Thema ist und ob der Beitrag die wesentlichen Fakten richtig wiedergibt.

Zur ersten Orientierung werden die Artikel mit Sternen bewertet (ein Stern: 1-20 Prozent der Kriterien erfüllt,  fünf  Sterne: 81- 100 Prozent).

Seit 2010 bewerten die Wissenschaftsjournalisten medizinische Pressemeldungen, darunter so schöne Artikel wie „Botox für die Seele“, der die Frage behandelt, ob Botox möglicherweise auch als Mittel gegen Depressionen eingesetzt werden könnte. Weitere Artikel untersuchen, ob es stimmt, dass Erdbeeren und Heidelbeeren das Herzinfarkt-Risiko bei Frauen senken können, oder ob Weißdorn gegen Herzschwäche wirklich hilft. Wie zuverlässig ist ein Bericht, demzufolge Sexualhormone angeblich gegen das Altern helfen? Wie bewerten die Autoren den Artikel einer Heilpraktikerin, die die fitmachenden Eigenschaften von Spargel preist? Bei einem Text zur angeblich krebshemmenden Wirkung von Erdbeeren wird beispielsweise auf das Sponsoring der zugrundeliegenden Studie durch Erdbeerproduzenten hingewiesen - ein Hinweis, der im besprochenen Text selbst fehlt. Naturgemäß fallen viele der aufgegriffenen Artikel auch in den Bereich „alternativer“ Heilverfahren. Für eine wissenschaftlich-kritische Bewertung sorgt dabei das namhafte Gutachter-Team des Medien-Doktors Medizin, darunter auch Nicole Heißmann und Dr. Christian Weymayr, Autoren des vieldiskutierten Buches „Die Homöopathie-Lüge“.

Vorrangig dient das Portal Wissenschaftsjournalisten als Orientierung. Zumindest der aktuelle Artikel „Die trügerische Kraft des Einzelfalls“ sollte, wenn es nach Skeptiker-Chefreporter Bernd Harder geht, „auch für Homöopathen und ,,Alternativheiler” jedweder Couleur Pflichtlektüre sein". Für alle anderen ist es auf jeden Fall eine interessante Lektüre und Hilfestellung im weiten Bereich der Medizinberichterstattung.

Holger von Rybinski

 
Skeptisches Blog für Tierfreunde Drucken E-Mail

11.05.2014 (GWUP): Die erfreulicherweise ständig wachsende Zahl von skeptischen Podcasts und Wissenschaftsblogs
ist seit einiger Zeit um einen ungewöhnlichen Beitrag reicher: ein skeptisches Blog für Tierfreunde.

 
Schweizer Krankenkassen sollen künftig „Alternativmedizin" bezahlen Drucken E-Mail

04.05.2014 (GWUP): Nach einem Volksentscheid in der Schweiz  im Jahre 2009 wurde beschlossen, umstrittene „alternativmedizinische" Behandlungen wie Homöopathie und traditionelle chinesische Medizin befristet von den Schweizer Krankenkassen bezahlen zu lassen, bis deren Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit erwiesen sei. Diese größtenteils wissenschaftlich nicht belegten Anwendungen sollen nun offenbar doch dauerhaft erstattet werden.

 
„Außer Sinnen" 2014 Drucken E-Mail

27.04.2014 (GWUP):  Die Vorbereitungen für die „Skepkon" sind noch im vollen Gange, aber schon im Juni beginnt in Nürnberg die Veranstaltungsreihe „Außer Sinnen", die man sich jetzt schon mal vormerken sollte.

 
Wissenschafts-Entertainment gegen Esoterik Drucken E-Mail

20.04.2014 (GWUP):  Die „Science Busters" haben es vorgemacht, wie man mit Unterhaltung Wissenschaft unter die Leute bringt. Nun wird von Schweizer Veranstaltern unter Mitwirkung von GWUP-Wissenschaftsratsmitglied Prof. Peter Brugger ein vielversprechendes neues Konzept präsentiert: „Neuro Seánce".

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 7 von 120