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Dänikens fantastische Wissenschaft

"Phantasie, die - Tatsachendepot; im gemeinsamen Besitz von Dichter und Lügner."
(Ambrose Bierce: Des Teufels Wörterbuch)

Termin: 24. November 2004

Referent: Dr. Markus Pössel, geboren 1972, ist Physiker am Albert-Einstein-Institut/ Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Golm bei Potsdam, GWUP-Mitglied und Autor des Däniken-kritischen Buches Phantastische Wissenschaft. Nebenbei befasst er sich skeptisch mit unorthodoxen Behauptungen aus der Archäologie und der Physik.

 

 

Kurze Zusammenfassung des Vortrags

Hat der Dogon-Stamm im westafrikanischen Mali sein vermeintlich astronomisches Wissen um den Sirius von außerirdischen Besuchern erhalten? Gab es tatsächlich bereits Elektrizität im alten Ägypten, wie die "Glühbirnen"-Zeichnung von Dendera angeblich belegt? Welche Thesen des Prä-Astronautik-Autors Erich von Däniken sind wissenschaftliche haltbar - und welche nur bunte Fantasie und wilde Spekulation? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Markus Pössel in seinem Vortrag "Dänikens fantastische Wissenschaft". Die Bamberger Skeptiker hatten den promovierten Physiker und Däniken-kritischen Autor zu diesem Thema in die Otto-Friedrich-Universität eingeladen.

Dänikens fantastische Wissenschaft.

So faszinierend und unterhaltsam Erich von Dänikens Behauptungen über die menschliche Vergangenheit und eventuelle außerirdische Besucher auf dem Planeten Erde zugegebenermaßen sind, so spekulativ und schlecht belegt sind sie auch. Däniken interpretiert Fakten, die ihm dienlich erscheinen. Solche Aussagen aber, die sein Gedankengebäude nicht stützen oder gar einstürzen lassen können, fallen bei ihm nicht selten unter den Tisch. So geschehen beispielsweise bei Dänikens vermeintlicher Aufklärung des so genannten Sirius-Rätsels: Statt auf aktuelle Forschungen zurückzugreifen, interpretiert Däniken veraltete Ergebnisse wie die des französischen Ethnologen Marcel Griaule, dessen Methodik aus den 30er Jahren heute als fehlerhaft gilt. Nach heutigen Erkenntnissen, die aus den jahrelangen Studien von Griaules belgischem Kollegen Walter van Beek resultieren, ist es nämlich um das astronomische Sirius-Wissen der Dogon weitaus schlechter bestellt als von Däniken & Co. angenommen: Es existiert schlicht nicht.

Gleiches gilt für Dänikens Interpretation einer in der Prä-Astronautik-Szene legendären Abbildung im alt-ägyptischen Hathor-Tempel von Dendera. Zwar erinnert diese tatsächlich an eine überdimensionale Glühbirne, doch wirkt sie nur auf den ersten Blick so. Wer dagegen - wie beispielsweise Markus Pössel - die Hieroglyphen- und Bildersprache des damaligen Künstlers entschlüsselt und versteht, kommt jedoch letztendlich zu einer weniger sensationellen Interpretation: Die angeblich antike Glühbirne entpuppt sich dann schnell als eine Darstellung des Sonnengottes mit Symbolen und Insignien, wie sie auch von anderen Darstellungen hinreichend bekannt sind. Leider aber klingt diese wissenschaftlich-seriöse Lösung des Rätsels längst nicht so spektakulär wie Dänikens abenteuerliche These von außerirdischer Elektrizität im Alten Ägypten ... (sk)

Lesen Sie hier die Presse-Resonanz.

 

 

Literatur und Links zum Thema


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